Selbstverständnis

1. Unser Anliegen

Wie studiert man fruchtbar Theologie? Diese Frage stellen sich viele Theologiestudierende. Oft sehen sie sich im Theologiestudium in ein Spannungsfeld gestellt – zwischen eigener theologischer und geistlicher Prägung, der Vorbereitung auf den späteren Dienst in Kirche, Schule, Mission oder Diakonie und wissenschaftlicher Arbeit an der Universität.

Der Theokreis Leipzig ist eine Eigeninitiative von Theologiestudierenden der Theologischen Fakultät Leipzig, die gemeinsam mit ihren KommilitonInnen nach Orientierung und Wegen in diesem Spannungsfeld suchen. Unser Ziel ist es, zur Klärung geistiger und geistlicher Grundfragen des theologischen Denkens und des Glaubens beizutragen und somit aneinander Seelsorge auf dem Feld des Denkens zu üben. Dazu bieten wir Gelegenheit zum Austausch untereinander und befinden uns im offenen Gespräch mit der Leipziger Theologischen Fakultät.

Schwerpunkte unserer Arbeit sind biblisch-hermeneutische Grundfragen in der Begegnung mit der historisch-kritischen Theologie und die Entfaltung einer biblischen Theologie. Wir unterstützen Studierende dadurch bei einem fruchtbaren und verantwortungsvollen Studium und fördern ihre intensive Auseinandersetzung mit der Theologie unserer Zeit, insbesondere im Blick auf ihre spätere, geistliche Verantwortung in der Kirche. Da akademische Theologie und Kirche sich wechselseitig beeinflussen sollten, ist ein weiterer Schwerpunkt der Theokreisarbeit die Förderung von Studierenden auf ihrem Weg der Nachfolge Christi.

2. Theologische Grundlagen

Der Mensch ist nach biblischem Verständnis eine Einheit von Leib, Seele und Geist. Daher lässt sich theologisches Denken, die intellektuelle Dimension, nicht von anderen Lebensbereichen der christlichen Existenz abkoppeln. Theologie geschieht, ebenso wie geistliches Leben und ethisches Handeln eines Christen in der Gegenwart Gottes, geleitet durch den Heiligen Geist und in christlicher Gemeinschaft. Daher ist Theologie zuallererst Hören auf das Wort des dreieinigen Gottes. Unser theologisches Arbeiten soll darum vorrangig vom intensiven Hören auf die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments geprägt und vom Gebet getragen sein. Sie hat das Ziel, „alle Gedanken unter den Gehorsam Christi gefangen [zu] nehmen“ (2Kor 10,5).

|verabschiedet im April 2008|